Dorothea Nennstiel-Deilmann in der Deutschen Nationalbibliothek







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Ihre Dorothea Nennstiel-Deilmann








 

http://www.unterbreizbach.de/ 

 

Mein Unterbreizbach

 

 

 

Die verkannten Wurzeln

Ein Rosenstrauch wuchs stolz und schön

und war gar prächtig anzusehn.

Betörend Duft verströmte weit

sein herrlich leuchtend Blütenkleid.

Jedoch,wie's öfter ist hernieden, ‑

der-Strauch war trotzdem nicht zufrieden:

"Zwar bin ich wunderschön von oben, doch wer wird meine Wurzeln loben, ­ganz ohne Reiz, unförmig, dick?

Die passen nicht zu meinem Schick.

Auch ohne Farbe und Brillanz!

Ich werd' auf sie verzichten ganz!"

Gesagt, getan!     Doch bald,         - zuspät -,

folgt Reue, wie's bei Hochmut geht. Aus seiner vielgerühmten Pracht

ein stachlig Häuflein welkes Laub wurd über Nacht.

Und die Moral von der Geschicht? Vergesset Eure Wurzeln nicht !!

 

Dorothea Nennstiel 2006

zum 23.09. 2006 "Hundert Jahre Gesang in U'bach"

 

 

 

Vorwort

Wenn Sie mich fragen — nein, ich wurde nicht in Unterbreizbach geboren,ich bin nicht einmal hier aufgewachsen. Erstmalig trat dieser Ort währendmeiner Oberschulzeit in Vacha in mein Bewusstsein, denn im Gegensatz zu unsFahrschülern aus dem Werratal, die bequem mit der Eisenbahn zur Schule fuhren,kamen die Mitschüler aus Unterbreizbach meist „ über den Berg" gelaufen.Daher stellte ich es mir damals — „hinter den Bergen, bei den siebenZwergen"- als ein sehr kleines, und sehr einsames Nest vor. Eine umsonachhaltigere Bedeutung bekam es für mich allerdings am 3.April 1945, kurz ehedie amerikanischen Kampftruppen in mein Heimatdorf Merkers einmarschierten, alsvon Westen her dichte, schwarze Rauchschwaden mit beißendem Brandgeruch überuns hinweg zogen. Ich stand mit meinem Vater vor unserem Haus und fragte ihnentsetzt, was da wohl so furchtbar brennen würde. „Unterbreizbach ist in Brandgesetzt worden", hatte er schon erfahren. Menschen, die auf der Flucht vorder sich nahenden Kriegsfront durch unser Dorf zogen und die ärztliche Hilfebei meinem Vater gesucht hatten, hatten ihm berichtet, dass irgendwelcheWahnsinnigen nach der Kapitulation des Dorfes einen Panzerwagen mit einerPanzerfaust beschossen — und die Besatzung mitgenommen hätten. Zur Vergeltungwürde Unterbreizbach nun abgebrannt. Automatisch stellte ich mir vor, wiefurchtbar es wäre, wenn bald auch unser Haus, ohne die geringste eigene Schuld, in Flammen stehen würde, und entgegnete aufgewühlt; "Ist das aberungerecht und gemein, wo die Leute dort doch gar nichts dafür können! „ Leiderist das im Krieg so üblich, und die deutschen Kampftruppen hätten imumgekehrten wohl die Menschen noch mit dazu umgebracht", erwiderte meinVater sehr ernst. Glücklicherweise jedoch wurden wir von einem solchen oderähnlichen Schicksal verschont. Aber dieser Tag und dieses Gespräch, welches miram Ende des Krieges, den wir bis dahin relativ ohne grausame Erfahrungenüberlebt hatten, die Bedrohung furchtbarer Brutalität vor Augen führte,verfolgte mich in Gedanken noch lange, lange Zeit. Die folgenden Jahre ließendieses schreckliche Erlebnis durch räumliche Trennung, Studium, Heirat, Kindund Beruf langsam verblassen, bis durch einen kuriosen Zufall 1960Unterbreizbach meine zweite Heimat wurde. Meinem Mann, inzwischen Arzt, wurdeeine in der damaligen Zeit sehr günstige Stelle in einem Kalibetrieb,-ausgerechnet in Unterbreizbach -, angeboten. Die alten Erinnerungen holtenmich wieder ein, vor allem auch das Gespräch mit meinem Vater, inzwischenergänzt durch das unfassbare Schicksal von Lidice und Oradour, von dem erdamals als kritischer Erwachsener wusste, von dem ich aber in seinerUngeheuerlichkeit erst erfuhr, als diese beiden Namen schlechthin zum Synonymfür Unmenschlichkeit wurden. Mit doppelter Spannung erwartete ich daher denUmzug. Was wird mich hier, fünfzehn Jahre später, erwarten? Aber wir kamen inein ganz normal anmutendes kleines Dorf ohne erkennbare Brandspuren, mit sehrgroßem Kaliwerk und sehr schlechten Straßen. Gewöhnungsbedürftig war nur derStacheldrahtzaun, der den Ort fast ganz umschloss und den wir bei der Einfahrterst nach strenger Kontrolle passieren durften, denn Unterbreizbach lag an derthüringisch —hessischen

Grenze, die nach demKrieg zur fast undurchdringlichen Trennlinie zwischen den
sozialistischen und kapitalistischen Machtlagern geworden war. Aber das hattenwir ja vorher gewusst. Mit allerdings etwas gemischten Gefühlen richteten wiruns über der geräumigen Betriebsambulanz des Kaliwerkes, in einer vormaligen Direktorenvilla,in der darüber liegenden Etage ein, dennleider durften wir ja in unserem schönen neuen zu Hause nur von unserenVerwandten ersten Grades mit einem vier Wochen vorher beantragten Passierscheinbesucht werden, sofern sie Bürger der DDR waren. Wir lebten uns schnell ein,zumal die beruflichen Anforderungen, die mein Mann bewältigen musste, kaum Zeitzum Nachdenken ließen. Der Kalibetrieb mit an die zweitausendBetriebsangehörigen, die Orte Unterbreizbach mit etwa dreitausend -, undPferdsdorf mit sechshundert Einwohnern mussten Tag wie Nacht ärztlich versorgtwerden. Doch die Frage nach dem einst brennenden Dorf ließ mich nicht los, undich erkundigte mich bei den verschiedensten Dorfbewohnern. Ein Mosaik desdenkwürdigen Geschehens setzte sich allmählich zusammen, bis ich eines Tageseine Ausgabe des „ Kalikumpel" aus dem Jahr 1950 geschenkt bekam. Indieser Betriebszeitung fand ich einen tendenziös gegen die Amerikanergerichteten langen und bebilderten Artikel über jene Vorgänge um den 3. April1945, dessen Darstellung aber teilweise nicht mit dem übereinstimmte, was ichvorher darüber erfahren hatte. Nun wollte ich natürlich erst recht wissen, wassich damals wirklich zugetragen hatte. Da nach allen Schilderungen der damaligeBürgermeister Bernhard Schäfer im Brennpunkt des damaligen Geschehens stand,den ich zwar noch kennengelernt hatte, der aber leider inzwischen verstorbenwar, hoffte ich

Genaueres von seiner Tochter Elise erfahren zu können,die 1945 zweiundzwanzig          Jahre
alt, also schon erwachsen, und sicher gut informiert war. Es sollte ein sehraufschlussreiches und für mich wichtiges Gespräch werden, denn es wecktegleichzeitig mein Interesse, den menschlichen Schicksalen dieses kleinen Ortes,geprägt vom Geschehen ihrer Zeit, nachzuforschen, um sie der Nachwelt zuerhalten.

 

 

1945 - Unterbreizbach in Flammen 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ostersonnabend am 31. März 1945 im Rhöner Werratal.

 

Selbst die fanatischsten Nazianhänger erkannten inzwischen, dass der Krieg Hitler Deutschlands verloren war.

Nach der Wende im Russlandkrieg durch die Tragödie und Kapitulation von Stalingrad waren am 31. Januar 1943 die Alliierten amerikanischen und englischen Streitkräfte unter dem Oberbefehl von General Eisenhower am 6. Juni 1944, dem D-Day, in der Normandie gelandet, hatten am 7. März 1945 den Rhein überquert und am 31. MärzThüringen erreicht.

Doch entgegen des alliierten Abkommens ihrer Gipfelkonferenzauf der Krim am 11. Februar 1945, welches die Besetzung Thüringens den Truppen der UdSSR zusprach, besetzte die dritte amerikanische Armee unter Befehl von General Patton nun nicht das ihnen zugedachte Bayern, sondern eroberte in aller Eile Mitteldeutschland.

Mit Artilleriebeschuss und Tieffliegerangriffen wurde der Einmarsch vorbereitet. Am Gründonnerstag dem 29. März begann der Beschuss des Rhöner Werratales, und das erste Ziel der Tiefflieger war ein Militär - und Sanitätszug, der zur Durchfahrt nach Eisenach auf dem Dorndorfer Bahnhof bereitstand und der 30 Menschen den Tod brachte.

Das öffentliche Leben erlosch nun völlig und die Kriegsfront brach herein.

 

Was ich von  Elise Schäfer, geboren am 9.7.1922,

der Tochter des damals schon verstorben damaligen Bürgermeisters Bernhard Schäfer, erfuhr:

Seit Ostersonnabend schon lag das Dorf unter Beschuss. Die amerikanischen Truppenwaren bereits bis in die Glaam vorgedrungen und Geschützdonner erschütterte schon seit einigen Tagen unser Dorf.  Aber bisher war es beim Warnbeschuss geblieben: die Granaten überquerten mitbedrohlichem Pfeifen den Ort und schlugen, ebenso bedrohlich berstend, an den gegenüberliegenden, unbewohnten Hängen ein. Etliche Einwohner hatten schon tagelang im Bunker am Kornberg oder im Stollen in der Bornecke Schutz gesucht.Sogar ein kleines Mädchen, Brunhilde Krowas, war um Mitternacht vom 28. zum 29.März mithilfe von Hebamme Martha Rebhan im Bunker zur Welt gekommen. Aber da man ja Hunger hatte, und überdies am nächsten Tag das Osterfest begann, waren trotz der Gefahr die schon seit langem angesparten Osterkuchen zum Backen in die Bäckerei Sell gebracht worden. Die Freude, bzw. der Heißhunger, auf das ersehnte Festmahl überwog die Angst, und so wurden die duftenden Leckerbissenvon den Mutigsten bis nach Räsa auch wieder zurück geholt. Dabei war es garnicht so einfach, bei Beschuss mit den großen Kuchenblechen schnell imStraßengraben Schutz suchen! Von der Aussichtslosigkeit einer Verteidigungüberzeugt, und um das Dorf und die Bewohner vor Schaden zu bewahren, hatte mein Vater als Bürgermeister am Ostersonntag es an der Zeit gesehen, die Kapitulation vorzubereiten. Jedoch Volkssturmführer Brandel, ein SS Mann aus der Schachtstraße, verweigerte entschieden eine kampflose Übergabe. Als sich der Beschuss aber bis zum Ostermontag weiter steigerte, handelte er eigenmächtig, eilte oben in der alten Schule neben der Kirche in sein Amt, ließ von Gleichgesinnten dort Betttücher als weisse Fahne hissen und übergab den nun einrückenden Truppen offiziell das Dorf. Wenig später stand die Dorfmitte voller Armeefahrzeuge. Die amerikanische Kampfeinheit machte Rast. Während dieser Zeit drang, über das “ Hölzchen „ aus Vacha kommend, eine Horde SS-Männer und jugendlicher Werwölfe, geführt von einem halbwüchsigen Unterbreizbacher Burschen, in unseren Hof in der Philippsthaler Straße ein. Wortführer war der etwa siebzehnjährige fanatisierte Unterbreizbacher. Er brüllte, dass jetzt der Vaterlandsverräter, der das Dorf kampflos dem Feind ausgelieferthabe, umgelegt würde. Elise konnte den blutrünstigen Haufen nur mit Mühe davonüberzeugen, dass der Vater noch nicht wieder nach Hause gekommen wäre. Da der Trupp hier offensichtlich nichts ausrichten konnte, zog er endlich grölend weiter ins Dorf, mit der wütenden Versicherung, dass sie den Verräter finden würden. Kurze Zeit später wurde die Erde von einer ohrenbetäubenden Explosion erschüttert. Jäh trat eine Spanne absoluter Stille ein, die dann durch Schreien, Rufen und vielfach angelassenen Motoren in ein unbeschreibliches Lärmen umschlug. Elise ergriff panische Angst: hatte man jetzt ihren Vater umgebracht? An den rasselnden Kettengeräuschen konnte sie hören, dass Panzerfahrzeuge auf dem parallel unter ihr liegenden Karnweg weiterfuhren, dann allerdings bei der Krugmühle nach oben in die Philippsthaler Straße einbogen und nun in Gegenrichtung wieder zurück an ihrem Haus vorbeifuhren. Hierbei wurde Haus für Haus von den begleitenden Soldaten durchsucht. Als der Konvoi die Beamtenhäuser erreicht hatte, sah sie ihren Vater aus dem Dorf kommen. Eine Zentnerlast fiel von ihr: welch ein Segen, er lebte! Doch die Erleichterung dauerte nur diesen kurzenAugenblick. Auch die Offiziere, die mit ihm die Kapitulation vereinbart hatten, hatten ihn wieder erkannt, und nach kurzem, erregten Wortwechsel wurde er vor ihren Augen als lebendes Schutzschild vorne auf den, an der Spitze fahrenden Panzer festgebunden. Bald hatten die Fahrzeuge, mit ihnen ihr Vater, das Dorf wieder in Richtung Glaam verlassen. Erst am späten Nachmittag kehrte er völlig verzweifelt zurück. Was war geschehen? Wie Elise sofort vermutet hatte, war der Nazitrupp die Ursache der Explosion gewesen. Er hatte eine Panzerfaust auf die unterhalb rastenden Soldaten abgefeuert, damit einen Jeep zerstört und dessen Besatzung, vor schreckgelähmte Soldaten, gefangen genommen, und sich mit ihnen in Richtung Vacha abgesetzt. Die anschließende Verfolgung und Suche war vergeblich gewesen. Im Glaamer Grund angekommen wurde der Bürgermeister von den Vorgängen informiert und vor die Initiative gestellt, bis zum nächsten Morgen entweder die fünf Gefangenen, oder sonst zehn deutsche Männer zu übergeben, die zur Vergeltung erschossen würden. Vergeblich bot er sich selbst als Geisel an. Doch glücklicherweise kam gerade die Meldung, dass auch Vacha eingenommen worden war und dort die fünf vermissten Soldaten, einer war am Kopf verletzt worden, befreit wurden. Der kommandierende Offizier verzichtete daraufhin auf eine Geiselerschießung, kündigte aber zur Vergeltung des Überfall nach der Kapitulation an, dass der gesamte Ort am nächsten Tag niedergebrannt würde. Der Bürgermeister wurde angewiesen, umgehend die Bevölkerung aufzufordern, ihre Häuserzu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Er wurde mit einem Panzer in den Ort gefahren, von dem aus er mit einem Megaphon die Einwohner informierte. Die Hiobsbotschaft versetzte das ganze Dorf in Panik, und eine wahre Völkerwanderung setzte ein. Schon nachts begann wieder Artilleriebeschuss. Der Krieg kehrte zurück, die Katastrophe nahm ihren Anfang.

 

Katharina Schüssler, Jahgang 1913:

Erinnert sich noch wie heute daran, dass sie mit ihren Kindern und ihrer Schwiegermutter Anna Schüssler in den Stollen flüchtete. DieSchwiegermutter hatte nur vorübergehend Schutz gesucht und kehrte bald auf ihren Hof in der Bornecke zurück. Als auch sie am nächsten Tag zurück kam, waren Scheune und Stall abgebrannt. Ihre Schwiegermutter hatte eine schwere Rauchvergiftung, von der sie sich nicht wieder erholte. Sie musste seitdem gewaschen und gefüttert werden und starb nach einem Vierteljahr im Alter von 63Jahren.

Auch der Bauer Johannes Wingold war auf seinem Hof geblieben und hatte vergebens versucht, das Anwesen zu retten. Bis auf die Waschküche brannte alles nieder. Er siechte seit diesem Tag dahin und verstarb im folgenden Jahr.

 

 

Lieselotte Hornschuh, Jahrgang 1925

ist noch jetzt entsetzt, wenn Sie an diesem furchtbaren Tag denkt. Ihr Vater, Georg Urff, damals 44 Jahre alt, hatte sich trotz mehrjähriger Arbeitslosigkeit ein Häuschen in der Larau gebaut. Verständlich, dass es sein ganzer Stolz war. Als die Aufforderung kam, sich in Sicherheit zubringen, wollte er sein Zuhause unter allen Umständen schützen und lachte: „Geht nur, ihr Angsthasen, ich passe solange aufs Haus auf und gucke auch mal nachdem der Tante!“ Die Familie zog darauf in den Bunker. Die Mutter hatte zwar die ganze Nacht keine Ruhe und suchte jemanden, der mit ihr in die Larau ginge, doch der Weg dahin lag im Schussfeld der Artillerie und keiner wollte sich der Gefahr aussetzen. Als sie morgens aus dem Bunker flüchteten und aus allen Richtungen Feuer und Rauch drohten, zogen sie mit den anderen nach Pferdsdorf.

Unterdessen hatte der Vater die nötigsten Sachen in den Keller geholt: Essen, Getränke und auch Kleidung, die er auf die Trockenleine gehängt hatte.  Wahrscheinlich hatte erspäter die brennenden Häuser gesehen, und als Soldaten in sein eigenes Haus eindrangen, das Glas der Haustür war eingeschlagen worden, hatte er die Nerven verloren. Als ihn die zurück gekehrte Familie suchte, lag er tot mit aufgeschnittenten Pulsadern.  Ein Küchenmesser und die Kleider mit der gerissenen Wäscheleine schwammen in einer riesigen Blutlache. Problematisch wurde in dem Chaos seine Beerdigung. Lehrer Naß, den die Mutterum eine Grabrede gebeten hatte, fühlte sich überfordert. Dann erreichte sie doch noch den Pfarrer aus Pferdsdorf. Mit einem Pferdegeschirr wurde er dann zu Grabe gefahren.

 

Lilli Parzanka  1925

ist immer noch gegenwärtig , wie sie mit anderen jungen Mädchen aus Räsa am Ostersonnabend trotz des anhaltenden Artilleriebeschusses den Osterkuchen in der Bäckerei Sell in Unterbreizbach abholte, wobei sie zwischendurch immer in Deckung gehen mussten, was auf dem Rückweg mit dem Kuchen gar nicht so einfach war. Später wurde übrigens auch diese Bäckerei ein Opfer der Flammen, und das erste Brot wurde wieder auf dem „Fritzhänse-Hof“, bei Führers, gebacken. Als Lilli dann ihre hochschwangere Freundin Herta Göcking unter den nach Pferdsdorf Fliehenden entdeckte, nahm sie Herta mit in ihr Elternhaus in Räsa. Die Wehen hatten bereits begonnen, und abends kündigte sich die Geburt an. Da machten sich die beiden Väter der Freundinnen auf den Weg, um in Unterbreizbach die Hebamme, Frau Rebhan, zu holen. Doch die Sperrstunde hatte schon angefangen, und die beiden Männer wurden vor dem Beamtenhaus, der Kommandostelle in der Räsa, angehalten, vernommenen und zur Kommandantur in Unterbreizbach gebracht. Dort konnten sie verfolgen, dass ein Armeearzt von Paderborn angefordert wurde. Als der Arzt mit einem Hubschrauber eingetroffen war, konnten sie auf einem Jeep, zusammen mit vier Mann Besatzung und dem amerikanischen Arzt, endlich zurückkehren. Außer dem Arzt durften nun niemandmehr in das Zimmer zu Herta. Die Angehörigen sowie die vier Soldaten mit aufgepflanztem  Bajonett warteten in der Küche auf dessen Anweisungen. Als endlich ein kleiner Junge, Klaus, an jenem 3.April 1945 auf die Welt gekommen war, verließen die Amerikaner das Haus, und ab nächstem Tag konnte die Hebamme Mutter und Säugling vorschriftsmäßig betreuen.

 

Jerre, der Bauer Georg Adler von der Querstraße, geboren 1897,

hatte mit seiner Familie im Kornberg Bunker Schutz gesucht. Morgens gegen 4:00 Uhr hatten er und seine Frau zwischenzeitlich den Bunker verlassen, um das Vieh zu füttern. Morgens gegen 8:00 Uhr brachte jemand die Schreckensnachricht: „ Das Dorf brennt lichterloh. Eine Sondereinheit, kenntlich an gelben Halstüchern, darunter auch Polen, haben an der Sommerliete angefangen und fast jedes zweite Haus angezündet. Manche Bauern und auch einige Soldaten haben zwar vorher das Vieh losgebunden, aber der Großteil der Tiere verbrennt elend in den Ställen.“ Die Männer stürzten aus dem Bunker, um zu löschen. Sie wurden aber von den Soldaten aufgehalten und im Hotel, dem Kulturhaus, unter Bewachung mit Maschinengewehren so lange festgehalten, bis die Sondereinheit abrückte. Das Dorf war ein Flammenmeer. Vor dem beißenden Qualm flüchteten die Menschen nun in den Wald, nach Glaam oder nach Pferdsdorf. Etliche versuchten trotzdem noch zu löschen oder Habseligkeiten zu retten und zogen sich schwere Rauchvergiftungen zu. Auch er selbst kehrte zu seinem brennenden Hof zurück und konnte danach wochenlang trotz „Kolmeswurzeln“ kaum etwas essen. Er hatte das Gefühl, einen Stein im Bauch zu haben. Eines Tages jedoch verwechselte er auf dem Feld die Schnaps - mit der Essigflasche. Ihm wurde so übel, dass er nach Hause gehen und sich unterwegs übergeben musste. Zuhause angekommen, verspürte er erstmals wieder Hunger und aß mit bestem Appetit eine saure Gurke. Seitdem schmeckte es ihm wieder. Sein Arzt jedoch stellte später fest, noch heute schmunzelt er darüber: „Diese Arzenei hätte ich dir bestimmt nicht verschrieben!!“

 

 

                   Erika Hartmann  (1939)

     vom Leben undSterben meines Urgroßvaters,

dem Gemeindediener und Nachtwächter Lorenz Gimpel  (1862-1945).

 

Mein Urgroßvater Lorenz Gimpelwuchs mit vier Geschwistern auf dem Lindig auf. Als er später selber eineFamilie gründete, bewohnte auch er mit Frau und sieben Kindern, die übrigens alle in Unterbreizbach blieben, ein kleines Häuschen auf dem Lindig. Alle schliefen zusammen auf dem Dachboden, doch im Winter wehte der Sturm den Schneedurch die Dachziegel auf die Schlafenden. Durch eine Anstellung als Gemeindediener und Nachtwächter des Dorfes konnte er sich dann später ein festeres Häuschen in der Friedhofstraße kaufen. Vormittags lief er nun mit einer großen Klingel durchs Dorf und gab die aktuellen Nachrichten bekannt, wie die Termine der Holzversteigerungen im Stöckig oder auch die Sterbefälle des Ortes. Als Nachtwächter musste er dann ab dem Abend für Ruhe und Ordnung im Ort sorgen. Mit einem Stock lief er durch die Gassen, blies mit einem kleinen Horn zum Feierabend und zündete zu Beginn der Dunkelheit die Straßenlaternen an. Seine letzte Amtspflicht am Ende seines langen Tagewerkes war es, zur Nacht in den Gaststätten Ruhepause zu gebieten, und die Burschen rannten respektvoll spätestens heim, wenn er später noch einmal kontrollierte. Bis Mitternachtlöschte er dann die Straßenlaternen wieder und blies abschließend mit seinem Horn zur Nachtruhe. Als 1945 der Krieg zu Ende ging und Unterbreizbach für den Fanatismus einiger Unverbesserlicher schreckliche Rache erleiden musste, war er ein gebrechlicher Greis von 82 Jahren. Wir konnten ihn glücklicherweise dazu überreden, ehe das Dorf angezündet wurde, mit uns im Bunker am Kornberg Schutz zu suchen. Schon wenig später wurde ein Phosphor -Brandsatz in sein Zimmer geschleudert. Doch dann sollte der Bunker gesprengt werden. Kind und Kegel mussten in panischer Eile den Schutzraum verlassen. Da trug ihn sein Sohn Gottfried auf dem Rücken den Kornberg hinauf zu einer Jagdhütte auf hessischerSeite, in der aber schon viele Schutz gesucht hatten. Man machte aber bereitwillig sofort Platz für ihn, und er wurde auf das Jägerbett gelegt. Am folgenden Tag konnten wir einen Handwagen auftreiben und fuhren ihn damit zurück in unser inzwischen abgebranntes Dorf. Wir waren gerade auf dem hängigen und holprigen Weg oberhalb des Friedhofes, als das Heulen der Sirene einsetzte. Fliegeralarm! In der nun plötzlich gebotenen Hast kippte das Wägelchen um, und mein armer Urahn brach sich den Oberschenkel. Mit großen Schmerzen siechte er in der Folgezeit dahin und starb, ohne dass er operiert werden konnte, im Sommer.

 

 

Gesten der

Menschlichkeit

am Ende eines

unmenschlichen

Krieges

 

 

Von den „Treppchen-Adler“s

 

1957 übernahmen Ernst (1937) und Renate (1940) Adler den Bauernhof ihres Onkels Heinrich Adler unterhalb des Schachttreppchens in der Friedhofstraße. Sie berichteten von dem traurigen Schicksal der ehemaligen Besitzer, dem Ehepaar Heinrich (1891-1967) und Anna(1895-1977) Adler, die hier nach ihrer Heirat ein damals auf einem Hügelgebautes kleines Anwesen erworben - , 1923 Hügel und Häuschen abgetragen - ,und im Laufe der Jahre das jetzige schmucke Gehöft errichtet hatten, in welchem ihre drei Söhne glücklich aufwachsen konnten. Doch Hitlers wahnsinniger Eroberungskrieg zerstörte ihr Glück. Alle drei Söhne fielen an der Ostfront. Als an jenem unseligen  dritten April 1945  ein Sonderkommando auch ihr Haus anzünden wollte, rief ihnen der unglückliche Landwirt verzweifelt entgegen, daßman ihn vorher erschießen solle,wenn man ihm nun auch noch das Dach über dem Kopf nehmen würde. Mitten im Chaos eines unmenschlichen  Krieges nun eine zutiefst menschliche Geste: Die Männer zogen weiter, - Haus und Hof blieben verschont!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschrift: 

Rgt. Stabskompanie                              Im Felde, 10.Februar 1942

Joubo,  Oblt.und Komp.Chef

 

Sehr geehrter Herr Adler!

Zu meinem großen Bedauern muss ich die traurige Pflicht erfüllen, Ihnen anzuzeigen, dass ihr Sohn Paul bei den Abwehrkämpfen im Osten am 8. Februar den Heldentod für Führer und Vaterland gefunden hat.

Ich spreche Ihnen, zugleich im Namen seiner Kameraden, mein tiefes Mitgefühl aus. Ihr Sohn war ein leuchtendes Vorbild als Kämpfer und ein beliebter, guter Kamerad.

Möge die Gewissheit, dass ihr Sohn sein Leben für die Größe und den Bestand von Volk, Führer und Deutschland hingegeben hat, Ihnen ein Trost in dem schweren Leid sein, das Sie und Ihre Familie betroffen hat.

Die Kompanie und besonders die Kameraden vom Pionierzuge werden Ihrem Sohne stets ein ehrendes Andenken bewahren.

In aufrichtigem Mitgefühl bin ich Ihr sehr ergebener

Heinz Joubo

Oblt.u. Komp.Chef

                              

 

 

 

 

 

Ostfront, am 16. April 1942

Sehr geehrte Frau Pforr!

Vor einigen Tagen erhielt ich Ihren Brief vom 4. März, worinSie etwas Näheres von den Heldentod unseres lieben Kameraden Paul Adlererbitten. Zunächst will ich Ihnen kurz sagen, wer der Schreiber dieses Briefesist: Ich bin Erich Denner aus Klings/ Rhön bei Kaltenordheim. Am 5. Februar1941 haben sich Paul und ich in der Bahn getroffen, als wir zusammen nachAschaffenburg fuhren. In der Kaserne sind wir dann nebeneinander marschiert. Imvorigen Sommer waren wir dann beide zusammen in Rosenheim am Inn zum Lehrgangfür Brückenbau, und im August sind wir gleichzeitig auf Ernteurlaub gefahren.Wenige Wochen später waren wir beide schon in Russland. Hier waren wir zusammenin einem Infanteriepionierzug. Täglich sind wir zusammen gewesen bis zum 8.Februar . In der Nacht vom siebten zum 8. Februar sind wir noch miteinander aufPosten gewesen. Dabei haben wir uns Zukunftspläne gemacht. Wenn wir wiedernachhause kommen, wollten wir uns beim ersten Tanz in Unteralba treffen.  - Aber das Schicksal hat es anders gewollt. AmSonntag, dem 8. Februar 1942 kam ein Angriffsbefehl. Wir mussten ein kleines,entferntes Dorf (Stazewo) nehmen. Dabei mussten wir etwa 800 m über offenesFeld. Hier traf ihn die feindliche Kugel zwischen 14 und 15:00 Uhr. Er fieldurch glatten Kopfschuss etwa 10-15 m hinter mir und war sofort tot. Die Stelledes Einschusses war mitten auf der Stirne, da wo die Haare anfangen. Am anderenMorgen habe ich ihn mit noch einem Kameraden auf einem Schlitten geholt. Erliegt zusammen mit noch zwei Kameraden beerdigt in einem kleinen Dorf in derNähe von Rshew an der Wolga. (Rshew ist auf der Karte zu finden). Das Dorf wirdvon uns als A-dorf  bezeichnet. Sein Grabist von einem Kameraden vom dritten Bataillon fotografiert worden. Wenn dieBilder fertig sind, will er sie an unseren Zugführer schicken. Wenn dieserfolgt ist, werde ich Ihnen natürlich eins zu besorgen versuchen. Ehe hier einBild fertig wird, dauert natürlich sehr lange. Was Paul an Wertsachen bei sichtrug, hat ihm unser Sanitäter abgenommen. Leider ist dieser aber auch amfolgenden Tag schon gefallen. Ob die Sachen daher nun richtig an seineHeimatadresse abgesandt worden sind, kann ich nun leider nicht sagen. Als ichPaul geholt habe, hatte er nur noch ein leeres Portemonaie und ein Notizbuchbei sich. Er hatte noch ein leeres Portemonaie und eine Notizbuch bei sich. Indem Notizbuch hatten wir unser Lieblingslied stehen. Ich lege die Blätter bei,auf die er es geschrieben hat. Sollte mir das Schicksal auch fernerhin gnädigsein, so dass ich weder gesund nachhause komme, so werde ich Sie einmal inUnterbreizbach besuchen und I hnen noch gerne manche Frage über meinen liebenKameraden Paul beantworten. Geldbörse und Notizbuch werde ich solange bei mirbehalten oder aber es gelegentlich schicken.

Mit den besten Grüßen 

Gefreiter Erich Denner       01586

 

 

 

Schreiben Sie mir doch bitte kurz eine Karte, wenn Siediesen Brief erhalten haben!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschrift des Briefes an Frau Uta: 

 

Kordowka den 04.03.1995

 

Sehr geehrte Frau Uta!

Ich danke Ihnen recht herzlich für die Bescheinigung, die Sie mir zugeschickt haben, die meinen Aufenthalt beim Großvater Kropf betraf.. Solche Bescheinigung verlangt das Büro“ Versöhnung „in Warzawa. Ich habe noch kein Geld und keine Antwort davon bekommen, denn die Sache wird noch erledigt. Ich hoffe, dass alles ein positives Ende findet. Frau Uta, ich habe auch welche Verdienste für die Familie Kropf. In Unterbreizbach war gerade Kampffront. Die Amerikaner kamen von Glaam. Vor der Front ist die ganze Familie von Heinrich Kropf nach Pferdsdorf gefahren, wo es ruhig war. Ich bin nur allein auf dem Hof geblieben und zu Hause. Ihr Großvater sagte:“ Franz, kümmere dich um alles.“ Ich habe das Zeichen “ P „ angeheftet und wartete auf dem Hof. Da kamen zwei Amerikaner Soldaten und ein Pole. Sie fragten mich, ob ich hier arbeite, und ob sie alles das zerstören sollten. Sie fragten auch, ob Herr Kropf und seine Familie mir gegenüber schlecht sind. Ich antwortete, dass die Leute (Familie Kropf) gut und ehrlich sind und ich fühle mich hier wie zuhause. Ich bat sie, dass sie alle Gebäude nicht zerstören, ich gab ihnen etwas Wein, und auf diese Weise habe ich alles gerettet. Die Soldaten verließen den Hof und gingen zum Jakobs Haus. Siedrangen durch das Fenster ins Haus hinein und haben Feuer angesteckt. Jakob bemerkte das und begann alles zu löschen. Die Amerikaner haben ihn dabei nicht gehindert. In dieser Verwirrung ist eine Einwohnerin von  Unterbreizbach ins Haus von Herrn Kropf  gedrungen und wollte  klauen, aber ich habe das gesehen und ließ es nicht. Nach dem Krieg, als sie schon nach hause fahren wollte, schlug mir Ihr Großvater und Ihre Familie vor, dass ich bei Ihnen bleibe. Er wollte mir sogar ein Haus erbauen, aber ich wollte zu meiner Familie. Ich versprach zurück zu kommen, aber meine Mutter und meine Geschwister haben mich nicht gelassen. Tante Hilda bat mich um Briefe. Ich schrieb welche, aber die sind zurückgekommen. Ich beschäftige mich hier in Polen mit der Landwirtschaft und zur Zeit sind wir beide, (auch meine Frau), Rentner. Wir haben zwei Kinder. DerSohn ist Flieger und meine Tochter Bayer wenn. Es geht uns manchmal besser, manchmal schlimmer, wir sind auch etwas krank. Nun werden wir schließen. Ich grüße Euch sehr herzlich und wünsche viel Glück und Gesundheit. Herzliche Grüßeauch für Tante Hilda.

Tresniak   MichaelFranciscek

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Krieg ist die perfekteste Unmenschlichkeit!

Jedoch nur durch Menschlichkeit kann unser kurzes Erdendasein lebenswert gestaltet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Lesein, lieber Leser, die website ist noch im Aufbau befindlich und längst noch nicht so perfekt wie angestrebt.

Im folgenden kommen Informationen zur älteren Regionalgeschichte von Unterbreizbach und Nachbarorten. Darunter anschließend Schilderungen über Ereignisse im Zusammenhang mit alliierter Besetzung und deutscher Teilung.

Sobald mein Material vollständiger ist, werde ich das gesamte Material zeitlich geordnet zusammensetzen. Aus Gründen der Aktualität - 70 Jahre Kriegsende und Befreiung vom NS-Regime - habe ich das Kapitel Unterbreizbach in Flammen oben eingearbeitet.

 

Dorothea Nennstiel-Deilmann 

 

 

 

1) Westfalengänger:

 Die "Westfalengänger"aus Unterbreizbach

Aus der Chronik (bis 1950) des Lehrers Valentin Pforr, gest. .1950

 

Unterbreizbach war früher wohl schon immer ein armes Dorf,jedenfalls Ende des 19. Jahrhunderts. Die Landwirtschaften waren meist Kleinstbetriebe.Nebenerwerb suchte man sich durch Hausindustrie:  Be­senmachen (Reisigbesen), Leineweberei (vgl."Beidermes").

Als sich in Westfalen der Bergbau und die Industrieentwickelten, sahen viele Männer, vor allem die jungen, unverhei­rateten, dortdie Möglichkeit, endlich mehr Geld zu verdienen. Sie arbeiten dort alsHandwerker und als Bergleute.

Sie gingen zunächst im Herbst, wenn die Arbeit zu Haus fertig war und kamenim Frühjahr zurück. Später ging der Strom hin und her das ganze Jahr über, auchwie es die Arbeitsaussichten in den einzelnen Berufenerforderten. Konrad Fischer (geboren), wohnhaft U‘bach, Knappenweg 5) ein alterWestfalengänger, erzählte dem Verfasser, dass in den Jahren 1880-90 jährlichetwa 7o - 8o Männer verschiedenen Alters in Westfalen waren.

 

Positive Beurteilung:

Die Männerbrachten mit dem Geld teil­weise wirtschaftliche Besserung in das Heimatdorf.Daneben natürlich auch Erweiterung ihres persönlichen Gesichtskreises,Verbesserung ihrer Allgemeinen Arbeitsfähigkeiten und, handwerklichen Fähigkeiten.

 

Negative Beurteilung:

Manches Laster aus dem menschlichen Zusammenleben der Städtebrach­ten sie mit, außerdem die politische Unruhe der Industriearbeiter und desbeginnenden Industrieproletariats.

 

Aus Akten, die vom Pfarramt PferdsdorfPferdsdorf über die Westfalengänger geführt worden sind, geht hervor:

Für die Jahre     1899

                           1900
                           1901

wird die Zahl der in Westfalen arbeitenden Männer

 mit durchschnittlich 58 angegeben FürPferdsdorf beträgt die Zahl in der gleichen Zeit nur 15.

Die  Unterbreizbacher arbeiten und wohnen meist in Dortmund, Lütgendortmund und Wanne

Für Unterbreizbach sind es:

      1902           -        41Männer (davon 16 verheiratet)

      1904           -        15Männer
      1905           -        11 Männer
      1906           -        4 Männer

Die Ursache“, dass immer weniger Männer nach Westfalen gingen, ist die Tatsache, dass in der Heimat und Umgebungselbst immer mehr Industrie aufblüht, vor allem die Kaliindustrie. Die Männermussten zwar auch hier teilweise täglich noch weite Fahrten zur Arbeitsstätte machen, aber sie waren doch täglich ebenso wieder zu

zu Hause. Um  1900begannen auch die Arbeiten am Unterbreizbacher Schacht selbst.

 

(Nach Aufzeichnungen imPfarrarchiv

Pferdsdorf)

 

 

Die Friewällersch  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Uroma Anna-Margarete Nennstiel geb. Wenzel aus Friedewald (1838)

Vater Georg-Heinrich Pforr (1878)

Mutter Emma Pforr  geb. Nennstiel (1884)

Töchter       Frieda Krug  geb. Pforr (1905)

Margarete Gimpel geb. Pforr (1907)

 

Die Friewällersch - eine Familiengeschichte

Am 26.Juni 1978 war es Mittag geworden.

Die Vormittagssprechstunde der"Staatlichen Arztpraxis" in der "Neuen Straße" von Unterbreizbach, die seit 1967, also erst seit elf Jahren bestand, war zu Ende gegangen.

Wie gewöhnlich machte mein Mann die ersten Hausbesuche, während ich jetzt ohne Zeitdruck anstehende Spritzen oder Verbände machen  konnte.

Heute war nur Friewällersch Oma, die 1905 geborene Frau Frieda Krug aus der Philippsthaler Straße zur "Herzspritze" bestellt. Das war eine günstige Gelegenheit für mich, da ich gerade an einer Bütt über die Dorfnamen für den Karneval bastelte, zu fragen:" Friewällersch? Wie kommen Sie zu diesem seltsamen Dorfnamen?

Ein kurzes Zögern, doch dann erzählte die alte Bäuerin bereitwillig und ohne Pause, als hätte sie ihre bewegte Familiengeschichte, so typisch für ihre Zeit in unserer Rhöngegend, schon lange einmal erzählen wollen:

Das war meine Urgroßmutter, die Anna-Maria  Wenzel, die unseren Dorfnamen hier in Unterbreizbach begründete. Sie wurde nämlich im hessischen Friedewald, gar nicht so weit von hier,  1838 geboren und wuchs dort in der Schmiede ihrer Eltern

auf. Nach der Schulzeit ging sie nach Vacha in Stellung, in die "Kemenate", damals ein großes Gastunternehmen in der Unterstadt, welches mit Gastwirtschaft, Logis und Landwirtschaft etliche junge Leute beschäftigte, unter anderen auch als Kutscher einen netten Burschen namens Johannes Nennstiel aus Unterbreizbach.

Die beiden wurden ein Paar und heirateten bald, um in sein Heimatdorf ziehen zu dürfen. Vorher mussten sie allerdings eine beachtliche Summe hinterlegen, damit Anna-Maria als hessische Bürgerin, damals zum Königreich Preußen gehörig, Wohnrecht im thüringischen Großherzogtum Sachsen – Weimar bekam.

Sie fanden recht schnell ein Häuschen, in welches sie einziehen konnten und weil die neue Hausherrin aus Friedewald stammte, wurden sie im Dorf bald die "Friewällersch".

Auch das hessischeTrachtenhäubchen fand mit ihr Einzug im Dorf.

Nur eine Arbeit war hier nirgends zu finden.

Die hiesigen Bauernhöfe waren meist zu klein, um eine Familie zu ernähren, und inzwischen hatte sich Nachwuchs angemeldet.

So wurde der junge Ehemann"Westfalengänger“, einer der vielen Männer des Ortes,  die in den sich entwickelnden Kohlegruben Westfalens, meist in Dortmund, Lütgendortmund oder Wanne arbeiteten, und die oft nur zur Kirmes und zu Weihnachten nach Hause kommen konnten.

Doch schon bald konnte Johannes Nennstiel gar nicht mehr zurückkommen - 1861 kam er bei einer Schlagwetterexplosion ums Leben, ohne seine kleine 1862 geborene Tochter Anna-Marga je gesehen zu haben.

Anna-Marga musste nun ohne Vater aufwachsen und musste sich nach der Konfirmation mit etlichen Mädchen, die im heimatlichen Umfeld keine Arbeit finden konnten, in Apolda verdingen, wo

große Landwirtschaften Arbeitskräfte suchten. Dort wurde sie schwanger, doch der Vater des Kindes starb vor seiner Geburt. Dadurch wurde die kleine Emma-Marie1884 unehelich geboren und von der Mutter nach Unterbreizbach zur Großmutter gegeben, die nun das zweite vaterlose Kind aufzog.

Sie selbst heiratete später einen Witwer mit neun Kindern, denen noch fünf gemeinsame Kinder folgten. Als Emma bei ihrer Friewällersch- Oma erwachsen geworden war, heiratete auch sie einen Unterbreizbacher Westfalengänger, den 1878 geborenen Georg-Heinrich Pforr dessen zwei Brüder um die Jahrhundertwende in den Gruben Westfalens umgekommen raren. Er zog in das Haus der Großmutter mit ein und wurde damit automatisch zum "Friewällersch-Hein". Nachdem sich aber ab 1905 hier am Ort die Kali-Industrieentwickelte, wurde er Kalikumpel. Als sich 1907 bei Probebohrungen vorzeitigein Schuss löste, erlitt er eine schwere Augenverletzung und lag auf Kosten der Knappschaft ein Vierteljahr lang in derAugenklinik in Halle.

Das Paar bekam zwei Töchter -1905 mich, die Frieda, und 1907 meine Schwester Ma rgarete. Auch unsere beiden Männer, sowie Kinder, Enkel und Urenkel, fanden später in der erblühenden Kali-Industrie Arbeit und Brot." Später brachte sie mir noch das gerahmte Bild der kleinen Familie ihrer Eltern, dabei ihre Urgroßmutter, die "Friewällersch Oma" mit dem hessischenTrachtenhäubchen zur Thüringer Altentracht. Ich durfte es abfotografieren lassen, um es der Aufzeichnung beizufügen.

 

Dorothea Nennstiel 1978 nach den Angaben von Frieda Krug geb. Pforr

 

 

 

 2) 1945 Deutsch-deutsche Grenze:

Besetzung, Besatzung und die Zonengrenzen  1945

 

Kurz vor Ende des verheerenden Weltkrieges wurde in der Zeit vom 31.März bis zum 17.April 1945 unser Heimatgebiet Thüringen von der dritten US-Army unter General Patton eingenommen und besetzt. Nach dem Selbstmord Hitlers am 30. April unterzeichnete sein Nach­folger Admiral Dönitz am 8.Mai die bedingungslose Kapitulation Deutschlands.

Am 23. Mai bildeten die vier Siegermächte USA, England, Frankreich und die UdSSR einen Alliierten Kontrollrat und übernahmen die Regierungsgewalt.

Dieser verfügte in der "Berliner Erklärung" vom 4.Juni 1945, Deutschland unter sich, also in vier Besatzungszonen aufzuteilen. Da Thüringen der Sowjetzone zugeteilt wurde, verließ die US-Army Thüringen wieder, und am 4.Juli 1945 rückte dafür die

"Rote Armee" ein:

Von den zugehörigen Armeen beaufsichtigt und kontrolliert wurden nun Demarkationslinien zwischen den vier Besatzungszonen gebildet. In den unmittelbaren Grenzgebieten wurde damals ein "Kleiner Grenzverkehr" gestattet, so dass mit Passierscheinen auch Grenzüber­tritte bei noch bestehenden grenzübergreifenden Arbeitsverhält­nissen oder auch bei Sport- oder Kulturveranstaltungen möglich waren.

Doch immer mehr Menschen verließen die Sowjetzone in Richtung Westen. Daher beschloss der "Alliierte Kontrollrat" auf sowjetischen Antrag„für den freien Reiseverkehr den Grenzübertritt ab dem 30.Juni 1946 zu sperren.

Im November dann wurde zuerst in Hessen die "Deutsche Grenzpolizei" gebildet und an der Grenze zu Thüringen postiert.

Nur ein paar Tage später, am 28.November 1946, zog man in der Ostzone nach.

Hatte man auch nach den furchtbaren Kriegserfahrungen in Deutsch­land beteuert, dass Deutsche nie wieder eine Waffe in die Hand nehmen sollten, - ihnen solle sonst die Hand abfaulen, so meldeten sich jetzt, bereits nach eineinhalb Jahren genügend junge Männer, um für in der Nachkriegsnot doppelt lockende lukrative Vergünstigungen, in blauen Uniformen, gekennzeichnet durch ein "G" am Ärmel  

freiwillig wieder mit der Waffe in der Hand Befehle auszuführen.

Neben den sowjetischen Soldaten, welche allerdings die Interzonen­punkte, das heißt die Grenzübergänge , ausschließlich kontrollierten, bewachten nun auch deutsche Polizisten das östliche Grenzgebiet.

Auch in Unterbreizbach, unmittelbar an der thüringisch/hessischen Grenze gelegen, waren bereits Anfang 1947 deutsche Grenzer in einem Wohnblock neben der Gemeindeverwaltung untergebracht. Im Kaliwerk des Ortes wurde unter russischer Verwaltung wiedergearbeitet, ebenso wie in dem nur etwa drei Kilometer entfernten hessischen Kalischacht Hattorf. Durch den "Kleinen Grenzverkehr" konnte die guteVerbindung zwischen beiden Betrieben, wenn auch unter ständiger Kontrolle, aufrecht erhalten werden. Man half sich bei Engpässen ganz legal aus, zumal die wirtschaftliche Lage in der amerikanischen Zone wesentlich besser war.

Neben diesem offiziellen Austausch nutzten natürlich auch etliche große und kleineSchieber die relative Großzügigkeit aus und die Aufgabe der deutschen Grenzer war es vor allem, diese zu stellen und der Bestrafung zuzuführen.

So konnte am 27.März 1947 folgendes in Unterbreizbach geschehen, aufgeschrieben von Hagen Hartmann, dem damals neunjährigen Sohn des erschossenen Opfers.

 

Dorothea Nennstiel

 

 

 

Wie mein Vater 1947 völlig unschuldig
von deutschen Grenzern erschossen wurde


Mein Vater, Ernst Hartmann, kam im November
1946 wohlbehalten aus englischer
Kriegsgefangenschaft zurück in sein Heimatdorf
 Unterbreizbach. Sein Elternhaus warabgebrannt,
die dort betriebene Gastwirtschaft "Zur Linde"
gab es nicht mehr, und die Familie war in einer
Notunterkunft untergebracht. Aber er hatte schon
Pläne für die Zukunft: zuerst sollte das abgebrannte
Wohnhaus wieder aufgebaut und dann die
Gastwirtschaft eröffnet werden.. Sein Onkel hatte
die Zeichnungen dafür schon fertig. Danach plante er,
ein Kino zu eröffnen. Als gelernter kaufmännischer
Angestellte hatte er umgehend eine Arbeitsstelle im
Kalibetrieb von Unterbreizbach bekommen und war
dort für den Einkauf, hauptsächlich für die
Materialbeschaffung zuständig. Aus diesem Grund
besaß er einen rechtmäßigen Grenz­übertrittsschein
für die amerikanische Besatzungszone und war
mit seinen perfekten Englischkenntnissen für diese
Tätigkeit der richtige Mann.
So wollte er auch am
Abend des 27.März 1947 mit dem Fahrrad nach
Philippsthal fahren, um Autoreifen für den Betrieb zu

besorgen. Ein Bekannter von der Schachtstraße, der
sich ihm in unerlaubter Weise angeschlossen hatte,
fuhr vor ihm. Dieser war allerdings ohne Passierschein
und war überdies wegen Schmuggeltätigkeit in
Verdacht geraten. Möglicherweise wollte er daher
auch die Ostzone verlassen und wollte den legalen
Grenzübertritt meines Vaters für seine Absicht nutzen.

Doch dieBehörden waren durch Spitzel offenbar
informiert worden, denn noch im Ort, von der Grenze
weit entfernt, lauerten ihnen zwei Grenzpolizisten
im Gebüsch des kleinen Pfädchens von der
Philippsthaler Straße zur Krugemühle auf.

Als diebeiden auf die Straße zur Grenze einbogen,
ließen sie die Radfahrer erst vorbeifahren und riefen
dann: "Halt!
Stehenbleiben!!"

Während mein Vater im Begriffwar, abzusteigen,
fuhr der Bekannte weiter, und schon fielen Schüsse.

Mein Vater wurde in der Lendengegend getroffen und fielhilflos  zu

Boden, während seinungebetener Begleiter davonraste und auf

Nimmerwiedersehenüber die Grenze entkam.

Die Bewohner der umliegendenHäuser waren

durch dieSchüsse aufmerksam geworden und eilten
aufgebracht zur Unglücksstelle.
Da gerieten die beiden
Grenzer in Panik und schleiften den Schwerverletzten
an den Armen bis zum etwa zweihundert Meter
entfernten Gemeindeamt und verbarrikadierten sich dort
vor der drohenden Menschenmenge.
Erst nach mehreren S
tunden endlich wurde mein Vater ins Kranken­haus gebracht,
starb aber noch am gleichen Abend an den schweren
Verletzungen der inneren Organe, verschlimmert noch
durch die stark blutenden Kniewunden, die ihm durch
das Fortschleifen zugefügt worden waren.
Schuldlos war sein hoffnungsvollesLeben von nur dreiunddreißig Jahren
ausgelöscht worden. Einer jungen Familie wurde der
Ernährer genommen, die Eltern hatten ihren Sohn und
Hoffnungsträger für immer verloren und die Gemeinde einen engagierten jungenBürger.
Die überwältigende Beerdigung
spiegelte die ohnmächtige Wut der Bevölkerung wider,
denn dieser Vorfall wurde weder untersucht noch
wurden die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen.

Beide blieben imDienst.

Für den Staat war derFall erledigt.

Von dem Bewohner der Schachtstrafe hat man nie mehrgehört.

 

Hagen Hartmann

 

 

Ernst Hartmann 1914-1947

Wurde am 5.Juni 1914 in seinem Elternhaus, dem Gasthaus "Zur Linde" als Sohn des Gast- und Landwirts Jakob Hartmann und seiner Ehefrau Anna, geboreneStephan, geboren.

Nach seiner Schulzeit mit Abschlug der Untersekunda verließ er dasGymnasium Vacha mit glänzenden Zeugnissen, machte anschließend eine kaufmännische Lehre im Kabelwerk Vacha, wo er dann, nach Ableistung seines Wehrdienstes von 1934-1937, als kaufmännischer Angestellter bis zum Kriegsbeginn arbeitete,

Als Mitglied des Unterbreizbacher Turnvereins wurde er 1935 mitteldeutscher Meister im Zehnkampf, und auch in der Kirchgemeinde war er aktiv als Orgelspieler. Er heiratete am 12.März 1938 Katharina Pforr, geb. am 18.06.1913 und am 23.Juli 1938 wurde sein Sohn Hagen geboren. Gleich zu Kriegsbeginn, am 10.Sept.1939 wurde er eingezogen.

Nachdem er im November 1946 aus englischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, wurde er im Kaliwerk Unterbreizbach als Einkäufer eingestellt und bekam als solcher auch einen Dauerpaß zum Grenzübertritt in die amerikanische Besatzungszone.

In dieser Eigenschaft wurde er am 27.März 1947 von deutschen Grenzpolizisten in Unterbreizbach erschossen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


In Merkers In Merkers - Die Nennstiele:






 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Artikel über die Grenzöffnung:

Hersfelder Zeitung 20.06.2010: "Es reichte den Leuten": 

http://www.hersfelder-zeitung.de/nachrichten/lokales/heringen/reichte-leuten-811650.html   

 

 

 

 

 

 

 

 

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