Dorothea Nennstiel-Deilmann in der Deutschen Nationalbibliothek







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Ihre Dorothea Nennstiel-Deilmann








 

Regionalgeschichte Unterbreizbach-Merkers-Rhön

Vorwort:   

 

Meine Heimat ist die Landschaft zwischen Unterbreizbach - Vacha - Merkers. Eine wunderschöne Gegend mit sehr interessanter Geschichte.

 

Meine Heimatliebe habe ich in vielen Liedern kundgetan. Hier können Sie einige meiner Kreationen hören. Die Filmaufnahmen entstanden 1989 in Vorbereitung eines Dorffestes. Die Geschichte wurde in dem Jahr wieder offen und es kam nicht mehr zu diesem Film. 

 

Meine Lieder:

Die Filmausschnitte sind Teil von 1989er 8mm-Schmalfilmaufnahmen für einen von mir geplanten Film über Unterbreizbach.
Das Lied ist "Dörfchen Unterbreizbach"




 








"Glaam"




 









"Lied der Kalikumpel"














Do Swidania Good Bye:    https://www.youtube.com/watch?v=B5KCew0ckmc 

 

                      ISBN: 978-3-941394-61-2:

 

 

 

 

 

 

 

 




Drei neue Geschichten für die Spinnstube:

Wie Bonifatius 724 die heilige Donar-Eiche in der Rhön fällte

        Grenzers Rutschpartie in Breizbachs
                             Friedhofstrasse

             
Vom langen Weg nach Kaltenborn



Hier geht's los:



Wie Bonifatius 724 die heilige Donar-Eiche in der Rhön fällte.



Die ersten Abendwolken ziehn,

erloschen ist des Waldes Grün.

Goldschimmernd nur, überm Waldessaum,

leuchtet ein mächtiger Eichenbaum.

 

Seine Krone wurde schützendes Dach

vor Regen,Sturm und Ungemach

den frommen Germanen, die seit langen Zeiten

ihren Lebenskampf hier in der Rhön bestreiten.

 

Ihr höchster Gott Donar, Herr von Donner und Blitz,

im hohen Gipfel hat hier seinen Sitz.

Ihm ist geweiht der geheiligte Baum,

hier ist für Andacht und Rechtsprechung Raum.

 

Hier fleht man inbrünstig um Donars Segen

für reiche Ernte, für erfrischenden Regen.

Alle liebten und fürchteten seine Macht!

Manch Opfer wurde ihm dargebracht.

 

Kein Mensch durfte je diese Stätte entweihn!

Hier galt keine Nachsicht und gabs kein Verzeihn.

Wer auch nur versuchte, solch Frevel zu wagen,

würd‘ von Donar sogleich mit dem Blitz erschlagen.

 

Nun sank auch der letzte Sonnenstrahl.

Die Dunkelheit kroch aus dem Tal

und hüllte die Rhön in Dämmerlicht.

Nur die heilige Eiche erreicht sie noch nicht.

 

Hier nun versammelten sich zu später Stunde

Die Männer des Stammes  in andächtger Runde.

Vergebens  warteten sie auf Kühle.

Noch drückender  nur lastete die Schwüle.

 

Da!   Ein erstes Leuchten die Wolken erhellt!

Die Dunkelheit  flüchtet sich kurz aus der Welt.

Man spürt,  es naht Donar mit seinem Heer.

Er zürnt ihnen heute,  man fürchtet sich sehr!

 

Nun beten die Männer,Thor mög‘ sie erhören,

und sie nicht strafen, ihr Gut nicht zerstören.

Sie bitten, er mög‘ ihre Hütten verschonen,

auch das Vieh und die Menschen, die in ihnen wohnen

 

Doch wie sie inständig um Gnade noch flehen,

hat keiner von ihnen den Mönch gesehen,

der plötzlich  in ihrer Mitte steht,

von seiner schwarzen Kutte umweht.

 

Die Kapuze verdeckt fast sein hagres Gesicht.

Ein Fremder hier?  Man kennt ihn nicht.

„Ihr Männer hört zu!“,  so ruft er jetzt laut,

„ihr alle dem falschen Gott vertraut!

 

Mein Christengott  straft nicht, er bringt uns nur Frieden,

uns reicht helfend die Hand uns im Leben hernieden!“

Vor Schrecken starr die Männer stehn,

furchtsam zur Eichenkrone sie sehn,

 

denn  jetzt deutlich ein Donnergrollen man hört!

Doch der Mönch redet weiter,  ungestört:

„Zieht  heim jetzt!  Ich beweis‘ euch in kurzer Frist,

dass der Christengott der Stärkere ist,

 

denn kommt ihr zurück im Morgengrauen,

dann werdet den Beweis ihr schauen!

Diese Eiche wird dann nicht mehr stehn!

Doch mir wird trotzdem nichts geschehn!

 

Denn mein Christengott wird mich bewahren

Vor Donars Rache und allen Gefahren!“

Nach diesen Worten, unumwunden,

war er im Dunkel schon verschwunden.

 

Ungläubig zwar,  doch tief betroffen,

zerstreun die Männer sich nun und hoffen,

der Lästerer werde noch vorm ersten Tagen

durch Donars Schwert,  vom Blitz erschlagen.

 

Die Nacht bricht herein,  die Schwüle  noch steigt,

sich heftiges Wetterleuchten nun zeigt.

Doch da  kamen die Mönche schon gezogen,

schleppten Beile, Sägen und Äxte nach oben,

 

gefolgt von den Holzknechten mit Seilen,

die keuchend mit zur Eiche eilen,

und würdig, mit goldenem Kreuz, zum Schluss

folgt der  Mönche  Abt,  Bonifacius.

 

Kaum angekommen,  ein Lärmen beginnt!

Selbst den stärksten Männern es kaum gelingt,

eine Kerbe in den Baum zu schlagen!

Am Himmel jetzt pechschwarze Wolken jagen.

 

Rings im Gebüsch verborgen kauern

beherzte Germanen - die hier lauern

mit versteinertem Gesicht

auf Gott Donar Strafgericht.

 

Durch die Täler das Echo der Donner nun rollt,

grell zucken die Blitze:  Gott Donar grollt!

Doch kein Regen, kein Hagel zwingt die Säge zum ruhn,

sie kann kreischend weiter ihr schweres Werk tun,

 

bis die Wunde des Stammes ins Mark hinein klafft.

An den Seilen die Knechte ziehn jetzt voller Kraft!

Vor Schrecken gelähmt die Germanen spähn:

Der Baum aber steht,  als wär nichts geschehn!

 

Plötzlich Hagel, Blitz, Donner  und Sturmgebraus!

Löscht Thor diese Gotteslästerung  endlich aus ?!

Unerträglich fast steigt die Spannung im Raum! –

Doch da lief ein Zittern durch den Baum,

 

ein Rauschen, ein Aufprall wie Donnerschlag:

Der gefällte Riese im Staube lag.   –

Das Gewitter aber zog grollend vorbei

und die Mönche  warn unversehrt und frei.



Blitzschnell machte dies Ereignis die Runde:

„Donar besiegt!!“, vernahm jeder die Kunde.

Manch Rhöner, der Donar  hatte verehrt,

wurde so zum Christentum bekehrt.

 

Aus dem Holz jener Eiche aber baute in Schnelle

man eine christliche Kapelle,

grad  auf dem düst‘ren  Opferstein.

Die erste Taufe dort konnt schon bald sein.

Doch kaum fertig,  wurde vom Blitz sie zerstört!

Hat  Donar die Rhöner doch noch erhört?

 

Bonifacius, noch mit über achzig Jahren,

trotzte weiter allen Gefahren.

Er wurde von den Friesen erschlagen

Und liegt im Dom zu Fulda begraben.

 

 

Dorothea Nennstiel Deilmann, November 2017


    Grenzers Rutschpartie in

  Breizbachs Friedhofstrasse


Breizbachs Friedhofstrasse,einst  „die Gass“  genannt,

führt zur Glaam hin nach Hessen von Dorfes Rand.

Harte Pflastersteine aus Basalt

vom nahen Berg  „Öchsen“ gaben ihr Halt.

 

Zwar etwas schräg und auch bucklich gebaut,

wurde ihr mancher Transport anvertraut.

Wurd sie bei Regen auch rutschig und glatt,

sein Ziel doch meist gut man erreicht auf ihr hat.

 

An ihr stand einst ein kleines Fachwerkhaus,

das ragte ein Stück auf die Gasse hinaus.

Doch als nach dem Krieg die Grenze ging zu,

da wurden die Fahrten nach Hessen tabu.

 

Da gab es kaum hier noch Verkehr,

die Grenzer nur fuhrn hin und her,

denn seit die Grenze dichtgemacht,

wurd scharf bewacht sie, Tag und Nacht.




Als  mal im Regen, mit Gebrumm,

ein Grenzer mit Krad fuhr auf ihr rum,

er auf dem Motorrad ins  Scleudern kam

und rutschte darauf mit vollem Elan

 

ins kleine Häuschen,  durch die Wand,

ins Zimmer, wo ein Sofa stand.

Der Motor heulte nochmal auf,   -

Dann lagen Mann und Krad zuhauf

 

verwundert auf dem Boden rum.

Die Frau vom Sofa selbst blieb stummm,

doch beide dachten resigniert:

„Zwar`s  Häus chen hin -   mir nix passiert!“



Im Dorf dann jedoch,  noch ganz verstört,

wettert die Frau vom Sofa  empört

und gab dem Grenzer alle Schuld:

„Bos  mud  indär  Stubb är  dann au  nuchmo  Gas  gaa?

         Buu  är bluß  nuch  hot  hingewullt ??

(Was musste in der Stube er denn auch nochmal Gas geben?

Wo er bloß noch hat hingewollt ??)

 

Dorothea Nennstiel Deilmann, November 2015


                      Vom langen Weg nach

                    Kaltenborn  





Da kam auch ein Bauer, der Durchfall hatt`,

zu dem Arzt in die Praxis in der Stadt:

„Harr     Dukter, Harr Dukter,  ich hobs  su im Wanst ,

un mir quallerts  im Ranzen!   Obste  helfen  mir kannst?

 

„Ganz  sicher, mein Gutster,  ich hab hier Tabletten,

die könnten sogar dich vom Tode noch retten!

Täglich eine!  Bald bist du beschwerdefrei!

Und kommst  i n  drei Tagen dann nochmal  vorbei.“

 

„Jo, do dank ich fierleifisch, duch müßt  ich nuch   wisse,

so Tabletterche, wie mer die  iennahme  müsse ?!“

Geduldig  erklärts ihm der Doktor von  vorn:

„Namst  am  Mörn se,  am besten in  kalle Born .“


Doch wißt :

         „Born“,   wie die Rhöner zur  Quelle  sagen,

         wird in  „ Sorlzinge „  aufs    „Wasser“  auch übertragen.

        Zudem,  von Salzungen  nicht weit fort,

        liegt Kaltenborn,  ein kleiner Ort.

 

Als der Bauer kam wieder, der Doktor tat fragen:

„Na, hats denn geholfen?  Und hast du`s  vertragen?“

„Fürtrafflich!!   Die Scheißerei  hon  sofurt  ich  verlor`n !

         Duch hort jede Mörje wor dr long  Wääch nooch Kalleborn !!

( Vortrefflich,  den Durchfall  habe sofort ich verlor‘n.

Doch hart jeden Morgen war der lange Weg nach Kaltenborn !!)

 


Dorothea Nennstiel Deilmann, November 2015









 

 

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