Dorothea Nennstiel-Deilmann in der Deutschen Nationalbibliothek







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Ihre Dorothea Nennstiel-Deilmann








 

Merkers imJuli 1970                         

Das ersteKlassentreffen

Oder: Der verstaubteRückspiegel

 

Der heiße Sommertag neigte sichbereits dem Abend zu, als eine schlanke,

etwa vierzigjährige Frau auf demstaubigen und ausgefahrenen Weg,  

der vom Dorf zum Wald hinauf führte, den Ortmit schnellen, elastischen  

Schritten verließ. Ziel war die kleineWaldgaststätte, welche erst nach  

dem Krieg gemeinsam mit einem Sportstadion amWaldrand entstanden war,  

zu einem ersten Treffen ihrer Volksschulklasse nachetwa einem Viertel J

ahrhundert. Kaum die Steigung des Weges empfindent, suchtesie mit den  

Augen das grüne Gesträuch am Wegesrand, welches sich inzwischen auf

der in ihrer Kindheit zugeschütteten Hohle, einem Wasserablauf zur Werra,

angesiedelt hatte, nach einer Meise ab, die mit ihrem fröhlichen Ruf wohl  

schonihr Abendlied begann. Als sie die kleine Brücke erreicht hatte, die etwa  

aufhalbem Wege über die Gleise der Kali Werkseisenbahn führte, blieb sie am

Geländer stehen, um noch einmal zurück zu schauen: Das also war  

Merkers, derOrt ihrer Kindheit, heute: Der Kegel des Kraynberges  

überragte das ganze Bild,die Werra an seinem Fuße nahm ihren alten  

Lauf und vom Kirchturm her halltennun einzelne Glockenschläge, und dann  

begannen die Glocken den Sonntag einzuläuten.Vertraute Klänge. Es war,  

als wäre alles wie damals geblieben, wenn auch ausdem Dörfchen von 800  

Einwohnern im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnten eingroßes  

Industriedorf geworden war, und zum Dorf hin, wo ihr Elternhaus vor Jahren  

noch von wogenden Kornfeldern begrenzt wurde, heute lange  

Häuserreihenstanden. Inzwischen näherte sich auf den Gleisen unter ihr  

keuchend ein Zug.Die vielen, mit weißem Kali vollgeladenen Güterwagen  

machten es der kleinenDampflokomotive nicht leicht. Vor der Brücke  

ein kurzes Pfeifsignal, und schonwar alles um sie her in undurchdringlichen  

weißgrauen Dampfwolken versunken.Wie oft war sie als Kind, wenn sich gerade  

ein Zug näherte, schnell auf dieBrücke gerannt, um dieses seltsame  

Gefühl des Geschütztseins, aber auch der völligenEinsamkeit zu empfinden,  

wenn mit einem Male alles um sie umher verschwand. EinGefühl, dass sie  

unvermittelt auch heute wieder fast übermächtig überfiel. Als sichnach  

wenigen Augenblicken die Sonne und danach die Konturen von Landschaft  

undDorf wieder aus dem Nichts lösten, war es ihr, als würden mit ihnen  

langevergessene Ängste und Probleme ebenso wieder Gestalt  

annehmen. Die Unsicherheitder Kindheit überfiel sie erneut: hatte es da  

wirklich eine unausgesprochene,unterschwellige Ablehnung gegeben, im  

Gegensatz zur übrigen Familie undvorallem zum Vater, dem so beliebten  

Arzt des Dorfes? Oder war alles nurübergroße Empfindlichkeit oder gar  

Einbildung gewesen? Glockenläuten Vogelgezwitscher,dass sich entfernende  

Schnaufen des Kalizuges versanken im Bewusstsein, und dieVergangenheit  

stieg aus der Vergessenheit empor, vergleichbar einer sehr langen

Autofahrt: Alle Konzentration ist auf die zukommende Fahrbahn gerichtet.

Plötzlich drängt etwas von hinten heran. Was man längst hinter sich gelassen

glaubte, greift wieder in das Geschehen ein. Die Aufmerksamkeit  

verlegt sichvorübergehend auf den Rückspiegel. Doch man stellt fest,  

dass sich fastunmerklich auf der Spiegelfläche Staub abgesetzt hat. So wird  

ein kurzer Stoppund eventuell die Hilfe von Mitfahrern erforderlich, um das  

Gesamtbild wiederüberschaubar zu machen. Ihre Schritte wurden langsamer  

und ihre fröhlicheErwartung verwandelte sich plötzlich in  

nachdenkliche Unentschlossenheit, dieaber ebenso schnell verflog,  

als der Näherkommenden schon fröhliches Lärmen ausder Gaststätte entgegen  

drang. Sie war wohl mal wieder die letzte? Eineschlechte Angewohnheit von  

ihr, fast immer auf den letzten Drücker zu kommen!Da schon ein Winken, ein  

vergnügter Aufschrei:“ Hallo, Dada!“, und wenigeAugenblicke später schon  

stand sie glücklich wieder im Kreis ihrer einstigen

Klassenkameradinnen und Klassenkameraden. Die Begrüßung  

nach solch langerZeitspanne war gar nicht so einfach. Gespannt und  

verschmitzt verfolgten dieAnwesenden, die das Rätselspiel des  

Wiedererkennens schon hinter sich hatten,diese Zeremonie. Nach jedem  

kurzen Stutzen zustimmendes Gelächter, wenn dannder richtige Name kam,  

und mit jedem Namen waren Erinnerungen verbunden, diesich unmerklich  

zu einem Mosaik zusammensetzten. Am Ende der Begrüßungsrundeaber  

schien die Zeit zusammengeschmolzen zu sein, man gehörte wieder  

zusammen.Kaffee und duftender selbst gebackener Kuchen wurden  

auf den nun besetzten,letzten Platz geschoben, und die heitere  

unbeschwerte Unterhaltung fortgesetzt.Aus den lustigen Backfischen, als  

die sich die Klassenkameradinnen einstgetrennt - und zum großen  

Teil in alle Himmelsrichtungen verloren hatten, wareninzwischen Mütter,  

ja schon Großmütter geworden, und manche Schulerinnerungenwurde  

zum besten gegeben und die Lachstürme immer wieder angefacht.  

„Hei,Dada!“, rief Hildchen, die tüchtige Kuchenbäckerin über alle Tische hinweg,  

„weißtdu noch, wie du mit deiner Kleinen - was, die ist schon  

verheiratet?, - Na, damalswar sie auf jedenfalls noch klein, - ich glaub so  

drei Jahre rum, also mitdeiner Kleinen mal bei uns im Stall warst, um ein  

neugeborenes Kälbchenanzusehen? Nein? Da hat sie doch nach dem  

Vater vom Kälbchen gefragt. Naja,erst war ich ja etwas verdutzt, aber dann  

hab ich ihr halt erklärt, dass der inirgend einen anderen Stall stehen würde.  

Prompt kam ihre sachkundigeFeststellung: „Ach, dann sind die wohl  

geschieden!?“ Aber an eine andereBegebenheit mit Hildchen konnte sich  

Dada dann noch bestens erinnern, nämlichan einen Ringkampf auf dem  

Schulheimweg in Teichmüllers Garten, in dem Giselain jedem Frühling erlaubte,  

aus dem Meer der auf einer kleinen Wiese blühendenSchneeglöckchen ein  

Sträußchen zu pflücken und mit nachhause zu nehmen. Beidewaren  

damals kräftige, rotbäckige kleinen Mädchen mit dicken, langen Zöpfen,

doch welche war wohl die Stärkste? Die Meinungen gingen auseinander,  

aber nunwollte man es wissen. Der Wettkampf begann. Doch als  

Hildchen gerade zuunterliegen drohte, kam ihr großer Bruder Otto dazu:  

„Rupf sie an den Zöpfen!Du musst rupfen! Los, rupf, rupf!!“ Gesagt - und  

kräftig getan! Doch was Hildekonnte, konnte Dada natürlich auch, sodass  

der Kampf nun wegen nichtunerheblicher Schmerzen beiderseits  

unentschieden abgebrochen wurde. Zuhauselegte Dada ihr Sträußchen dann  

schnell auf den Küchentisch, schlich sich insBadezimmer, kämmte  

sich die büschelweise herausgerissen Haare vom Kopf und warfsie  

schnellstens in die Toilette, um alle Spuren zu beseitigen, damit die Eltern nur  

ja nichts merken sollten. Doch da klingelte es schon an der Haustürund die  

Mutter von Hildchen hielt der öffnenden Mutter von Dada höchst empörtein  

dickes Knäuel ausgekämmter Haare entgegen: „Das war ihre Dada!!“ Jetzt

meldete sich auch Wanda zu Wort: Sie sähe es noch wie heute vor sich,  

wie Dadazu einem Ihrer Kindergeburtstage, inspiriert durch  

eine Zirkus-Clownsnummer,vergeblich versuchte, auf dem behäbigen  

Mutterschwein, welches gerade auf demkleinen Hof Auslauf hatte, zu reiten.  

Doch beide, das durchaus nicht willigeSchwein wie auch die Reiterin in  

ihrem feinen Sonntagskleidchen, landeten zuguter Letzt auf der Miste! Und  

das zu einer Zeit, als es noch keineWaschmaschinen und keine pflegeleichten  

Stoffe gab! Als sich die allgemeineHeiterkeit gelegt hatte, wurde es  

unvermittelt sehr still, als Helga gut hörbareinwarf, dass es leider ja nicht  

nur Lustiges gab. Nachträglich würde es ihrleid tun, dass sie als Kind, ohne  

darüber nachzudenken, den Ratschlag ihres Vatersbefolgte, dass sie mit Dada  

zwar in Grenzen spielen möge, allerdings keinenengeren Umgang mit ihr  

beginnen solle. Und Sigrid ergänzte, wie verwundert sie alsKind gewesen sei,  

als sie zufällig bei einem Gespräch ihres Vaters hörte, dassausgerechnet ihr so  

beliebter Hausarzt eventuell ins KZ sollte, oder zumindestmit seiner Familie  

in den Osten abgeschoben werden solle. Dada fühlte sichplötzlich wie  

auf einem schwankenden Schiff, das endlich langsam zur Ruhe kamund  

ihren Füßen wieder Halt gab: Ihre teilweise vergiftete Kindheit war alsowohl  

doch nicht ihre eigene Schuld gewesen, sondern resultierte aus einem

grausamen menschlichen Irrweg der Gesellschaft. Hätten ihre Eltern ihr doch

etwas sagen sollen? Fast wie zuvor auf der alten Eisenbahnbrücke  

versank fürAugenblicke alles Gegenwärtige in sich zögernd lichtendem  

Nebel, der dieVergangenheit verhüllte, ihre Gedanken überschlugen sich,  

ordneten sich jedochin Sekundenschnelle wieder ein in den Lebensweg ihrer  

Familie, der 1930 vonWestfalen nach Merkes führte, sowie in ihren eigenen,  

in einen bunten und zwiespältigenLebensweg, der hier in Merkers  

seinen Anfang genommen hatte.

 

 

 

 

 

 

 

Wirken der Familie Dr. Günter und Magda Deilmann

in Merkers/Rhön  

 

Dr. Günter Deilmann (1904-2002) 

Arzt und Ehrenbürger in Merkers

Von den Nazis als wehrunwürdig eingestuft/Sanitätssoldat in Fulda 

Retter der eingelagerten Kunstschätze  

Friedlich Übergebender von Merkers an die Alliierten

Organisator des Bürgerwillens gegen die Vertreibung aus dem Grenzgebiet/Dorndorf

Guinnesbuchrekordhalter für Sportler über 90

Namensgeber der "Dr.Günter-Deilmann-Strasse" in Merkers

 

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                                                                                                                                 21.02.2014

 

(Monumentsmen) / Zeitzeugen / eine andere differenzierte Familiengeschichte

 

Derzeit läuft in den deutschen Kinos der amerikanische Film Monumentsmen überdie Rettung von Kunstschätzen 1945 in Deutschland. Mir liegt eineFamiliengeschichte vor, die der in „Monumentsmen“ verfilmten Geschichtemindestens ebenbürtig ist.

 

In der Familiengeschichte Dr. Günter und Magda Deilmann, Merkers, spiegelnsich nicht nur die Geschehnisse um die Rettung der Kunstschätze aus dem Kalischachtvon Merkers. Nein, diese Familiengeschichte bietet Stoff für einen viel weiterreichenden Film.

 

Der in diesem Zusammenhang vielleicht wichtigste Ansatz sei an dieser Stelle zuerst genannt. Ein gewisser Dr. Rave, seines Zeichens Kustos der damaligenBerliner Sammlungen, ging 1944/45 im Haus Deilmann ein und aus. Er war für dieUnterbringung der Kunstschätze im Schacht von Merkers verantwortlich. Dr.Günter Deilmann war der dortige Landarzt und ebenfalls zuständig für dieBelegschaft des Kalikonzerns. Nach dem Einmarsch der Alliierten wurde er durchseine Tätigkeit sogar der Vertrauensarzt für die siegreichen Armeen in derRegion Merkers.

Dr. Deilmann erfuhr auf diese Weise nicht nur von den Kunstschätzen sondernerlangte zudem spezielle Kenntnis von Zusammenhängen der Alliierten in dieserSache.

Bekanntlich wollte die SS den Schacht im April 1945 sprengen, um dieSchätze den Siegern zu entziehen. Dr. Deilmann erfuhr dies und organisierte dieheimliche Entsorgung der hierfür in Reichsbahnwaggons angefahrenen Munition direktin die Werra. Dies war todesmutig für alle Beteiligten, wie unschwernachzuvollziehen ist.

Um wenige Tage später die Zerstörung durch alliierte Kampfhandlungen vonMerkers und des Schachtes zu verhindern, ging er mit weißer Flagge denAmerikanern entgegen. Diese setzten ihn vorn auf den ersten Jeep und fuhren mitihm, dem bekannten und beliebten Dorfarzt durch Merkers, den Leuten damit dasKriegsende zeigend. Er selbst riskierte dabei wiederum sein Leben, schließlichwar mit SS-Heckenschützen zu rechnen. Mit dieser mutigen Tat rettete er vielenMenschen das Leben. Die Einwohner haben ihm das nie vergessen.

 

An dieser Stelle wird es Zeit, die Familie Deilmann näher zu beschreiben.Es wird zeitgeschichtlich weit interessanter.

Dr. Deilmann (geb. 1904) entstammte der bekannten Deilmannfamilie. DieReeder gibt es ja noch immer. Sein Vater war Berwerksingenieur in Westfalen. Erselbst wurde Arzt und lernte als Student seine spätere Frau kennen und lieben.Was seiner Familie nicht passte, gab es doch gänzlich andere Vorstellungen von einerzukünftigen Schwiegertochter eines Deilmanns. Diese war Lehrerin und entstammtedem sozialdemokratischen Milieu, außerdem einem katholischen und er einemevangelischen Elternhaus. Günter Deilmann zog seine Liebe seiner Familie vorund verlor auf diese Weise auch sein Erbe, was ihn nicht anfochte. Seine glücklicheEhe hielt bis zum Tod seiner Frau 1994. Sechs Kinder gingen daraus hervor.

Es wird noch spannender. Nach den Nürnberger Rassegesetzen musste die Familieden Ariernachweis erbringen. Heraus kam die familiär völlig in Vergessenheitgeratene jüdische Abstammung Dr. Deilmanns. Er war „Vierteljude“. Die in der elterlichenFamilie verschwiegene Großmutter, in seiner Kindheit schemenhaft als sehrattraktive jüdische Ahnin beiläufig erwähnt, hatte um 1860 den jüdischenGlauben zugunsten ihrer Ehe mit einem christlichen Handwerker aufgegeben. Diesdas Ergebnis langer Recherchen von Günter Deilmann’s Tochter DorotheaJahrzehnte später.

Damit begann für die hochangesehene und überaus beliebte ArztfamilieDeilmann die bekannte Tortur, glücklicherweise mit gutem Ausgang. AlsVierteljude war er gebrandmarkt, die Kinder wurden in der Schule geschnittenusw., doch er und seine Familie überlebten. Die Nazis waren schizophren genug,ihn als wehruntauglich einzustufen und ihn zur „Strafe“ in ein Sanitätsbataillonnach Fulda für ein Jahr einzuziehen. An der Front hätte er vielleicht keineChance gehabt.

Dr. Deilmann wurde wahrscheinlich zudem auch in Merkers und für den Konzerndringend benötigt. Viele Ärzte waren ja an der Front. Die Vermutung liegt inder Familie nahe, dass ihn die Werksleitung direkt schützte. Konkretes Wissen liegtjedoch nicht vor.

Der NSDAP-Ortsgruppenleiter hatte zwar mehrfach öffentlich gebrüllt, dasser seine Pistole noch für den Judenarzt aufheben würde, erschossen hat er ihndann doch nicht. Am Ende wollte er ihn sich als Kronzeugen für gutes Verhaltenaufsparen. Jedenfalls bat er nach dem Krieg um einen Persilschein von Dr.Deilmann.

1945 quartierten sich die Alliierten auch in das Haus der Familie ein, dochließen sie den Arzt sofort wieder praktizieren, auch für die Soldaten.

Die Entsorgung der Waggons und die kampflose Übergabe von Merkers samtSchacht waren nicht die einzigen mutigen Taten der Familie.

Dr. Deilmann gründete die SPD in Merkers wieder und trat nach derZwangsvereinigung wieder aus.

Vor Repressalien schützten ihn sein Beruf und vielleicht auch seinejüdische Abstammung. So genau weiß das niemand.

1952/53 begann die SED die Grenzgebiete zu „säubern“. Eine dieser Aktionenwar Familien in Dorndorf bei Merkers „gewidmet“. Dr. Deilmann und seine FrauMagda riefen die Dörfler zusammen und alle marschierten zum Schutz derbetroffenen Familien nach Dorndorf. Das Wunder geschah. An diesem Tag bliebendie vorgesehenen Opfer ungeschoren.

1989/90 ging für die Familie ein Traum in Erfüllung. Die Familie warwiedervereint. Drei der sechs Kinder waren in den 50ern in den Westen gegangen.

Jetzt kommt das nächste „Highlight“ der Familiengeschichte, die so sehrdeutsch-deutsche Geschichte ist. Nach dem Passierscheinabkommen putzte die DDR einenNebenflügel des abgebrannten Adlons für die kommenden deutsch-deutschen Familientreffenheraus. Die Familie Deilmann nutzte ab 1964 das Hotel regelmäßig für solche Familienfeiern,Hochzeiten und Kindestaufen. Dies war aus zweierlei Gründen notwendig. Einmalwar es den im Grenzgebiet verbliebenen DDR-Insassen verwehrt, Gäste zu Hause zuempfangen, die aus dem Westen fielen ohnehin nicht darunter. Zum anderen konntendie NeuWestdeutschen von Westberlin bis 23:59 Uhr täglich ins Adlon kommen, umnach 0:01 Uhr wieder zum Feiern zurückzukehren. Vom Übergang Friedrichstrassebis zum Adlon war da ja alles fußläufig. Die Familie besitzt sogar nochSchmalfilm-Material aus dieser sehr persönlichen Adlonzeit.

Dr. Günter Deilmann wurde 1999 von seiner Gemeinde geehrt. Die Straße, diequer durch den Ort führt und faktisch auf das Haus der Familie stößt, heißtseitdem „Dr. Günter Deilmann Straße“.

1996 erwarb er 92jährig als ältester Sportler erstmals das DeutscheSportabzeichen und bekam dafür einen Eintrag in das „Guinness-Buch derRekorde“.

Dr. Günter Deilmann starb im Juni 2002 im 97. Lebensjahr.

 

Gunter Weißgerber                                                                           24.02.2014

 

 

Eintrag bei Wikipedia:

Nach dem Studium in Freiburg i.Br. und Berlin sowie einer Assistenzarztzeitin Göttingen und Essen kam der gebürtige Dortmunder 1930 nach Merkers. Bis 1971war er als Landarzt für die Gemeinden Merkers, Kieselbach, Dönges undMöllersgrund und als Betriebsarzt des Kaliwerkes Merkers tätig. Während desletzten Weltkrieges übernahm er darüber hinaus die Praxis Dorndorf und dieGeburtshilfe in Tiefenort.

Wegen „Wehrunwürdigkeit aus rassistischen Gründen“ nicht im Kriegsdienst,erlebte er das Kriegsende in Merkers und wurde zusätzlich Lagerarzt für die imKaliwerk eingesetzten Kriegsgefangenen. Durch seinen lebensgefährdenden Einsatzverhinderte er mit den Einwohnern von Merkers vor dem Eintreffen der Amerikanerim April 1945, die Sprengung eines mit Munition und Sprengstoff beladenenGüterzuges bei Merkers durch die SS. Dadurch wurden die beiden GemeindenMerkers und Kieselbach vor der vollständigen Zerstörung bewahrt. Wegen seinerBeliebtheit bei seinen Patienten und seines selbstlosen Einsatzes für diesewurde noch zu Lebenszeiten eine Straße in Merkers nach ihm benannt.

Am 3. Oktober 1995 zu seinem 91. Geburtstag ist ihm die Ehrenbürgerwürdeder Gemeinde Merkers-Kieselbach verliehen worden, da er „wie kein anderer dasLeben der Gemeinde mitgeprägt“ hat*. Zu Ehren von Günther Deilmann benannte manden Lengsfelder Weg in Merkers in die Dr.-Günther-Deilmann-Straße nach ihm um.

Im Oktober 1996 erfolgte die Eintragung in das „Guinness-Buch der Rekorde“,für den Rekord, als „ältester Sportler der erstmals das Deutsche Sportabzeichenablegte“, Urkunde (259097)**.

 

 

"Ein Dorf im Ausnahmezustand" Südthüringer Zeitung 10.06.2013: 

http://www.insuedthueringen.de/lokal/bad_salzungen/fwstzslzlokal/Aktion-Ungeziefer-Ein-Dorf-im-Ausnahmezustand;art83434,2616947 

 

 

Bundestagswahl 2002 / Ein Wahlkampflied  

für Gerhard Schröder:

 

Wahllied 2002            von Dr. GüntherDeilmann (97 Jahre)

Als die Bayern frech geworden,
Simserimserim serim
zogen sie nach Deutschlands Norden
Simserimserim serim

vorne mit Trompetenschall
Täteräterä terä
schritt der Generalfeldmarschall
Täteräterä terä
ein Herr Edmund Stoiber
Wauwauwauwau wauwau
ein Herr Edmund Stoiber
Schnedderengteng,schnedderrengteng

 

Doch den braven bayrischen Knaben
Simserimserim serim
wollt im Norden niemand haben.
Simserimserim serim
Weißwurscht, Gamsbart und Tarok
Täteräterä terä
darauf hat hier keiner Bock,
Täteräterä terä
die kann er behalten.
Schnedderengteng,schnedderrengteng

 

Was er alles uns verspricht,

Täterä terä terä

davon bleibt am Ende nichts.
Täteräterä terä
Hehre Worte, schöner Traum
Simserimserim serim
davon wächst der Schuldenbaum,
Simserimserim serim
wie einst bei Theo Waigel.
Schnedderengteng,schnedderrengteng

 

Pack jetzt die Trompete ein.
Täteräterä terä

Deine schönen Reden halt an der Isar, statt am Rhein
Täteräterä terä
Trink dein Bier im Hofbräuhaus,
Simserimserim serim
dort bekommst du stets Applaus,
Simserimserim serim
von den braven Bayern.
Schnedderengteng,schnedderrengteng

 

Was den Bayern halt gefällt
Täteräterä terä

paßt nicht in die nord‘sche Welt.
Täteräterä terä
Räum im eigenen Land den Mist,
Simserimserim serim
aber bleibe wo du bist.
Simserimserim serim
Und laß uns in Frieden!
Schnedderengteng,schnedderrengteng
 

 

 

Merkers:

http://de.wikipedia.org/wiki/Merkers  

 

 

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